Mittwoch, 15. Juni 2011

Mittwoch, der 15. Juni 2011

In Charlys Bloggbuch werden ab Januar 2009 regelmäßig Texte und Songtexte von ihm veröffentlicht. Heute ist es:

ICH BIN NICHT VERLIEBT

"Ich bin nicht verliebt, auch wenn's so aussieht
Das ist nur so 'ne blöde Phase, in der ich bin
Und weil ich ständig bei dir anruf'
Also glaub es mir, das bedeutet nichts
Ich bin nicht verliebt, nein, nein
(Chor: Das sieht nur so aus...)

Ich mag bei dir sein, aber dann merk' ich
Daß das keine Liebe ist
und wenn ich bei dir bin
Erzähl' bloß keinem Mensch davon
Ich bin nicht verliebt, nein, nein
(Chor: Das sieht nur so aus...)

(Frauenstimme: Sei still - große Jungs heulen nicht)
(Große Jungs heulen nicht)
(Große Jungs heulen nicht)
(Große Jungs heulen nicht)
(Große Jungs heulen nicht)
(Große Jungs heulen nicht)
(Große Jungs heulen nicht)

Und wenn dein Bild an meiner Wand hängt
So verdeckt es nur 'nen Fleck dort
Deshalb brauche ich es für immer dort
Ich weiß, du weißt dass das nichts zu bedeuten hat
Ich bin nicht verliebt, nein, nein
(Chor: Das sieht nur so aus...)

Ooh, du wartest schon so lange auf mich
Ooh, du wartest schon so lang'

Ooh, du wartest schon so lange auf mich
Ooh, du wartest schon so lang'

Ich bin nicht verliebt, auch wenn's so aussieht
Das ist nur so 'ne blöde Phase, in der ich bin
Und weil ich bei dir ständig anruf'
Also glaub es mir, das bedeutet nichts

Ich bin nicht verliebt
Bin nicht verliebt..."

[Musik: Eric Stewart und Graham Gouldman, Text: Charly Davidson, Verlag: worte&musik © 1983]

Montag, 9. Mai 2011

Montag, der 09. Mai 2011

In Charlys Bloggbuch werden ab Januar 2009 regelmäßig Texte und Songtexte von ihm veröffentlicht. Heute ist es:

ICH WEISS, WAS DU WILLST (...lass es besser lieben bleiben)

Es ist ein Uhr und Zeit für's Mittagessen,
Wenn die Sonne brennt, liege ich im Gras
und Zuhören ist mein größter Spaß.

Zuerst spricht die Mutter:
"Jakob, mach hin! Es ist Zeit, dein Zimmer aufzuräumen."
Dann redet der Vater:
"Ich denke, er sollte langsam bei uns ausziehen."
Auf der Mauer sind zwei
verliebte Vögelein - beide so scharf
wie zwei Rasenmähermesser...

Ich weiß, was Du willst, doch ich will, dass Du weißt
lass es besser lieben bleiben,
es gibt immer einen anderen Weg.

Es ist Sonntag und Herr Bauer spricht:
"Hören Sie, Sie verschwenden Ihre Zeit,
die Zukunft erwartet sie
in der optischen Industrie.
Packen Sie's an!"
Doch er erinnert sich an seine innere Stimme;
"Risiko zahlt sich nur aus, wenn du gewinnst"
- ja, in der Schule schärften sie ihm seinen Verstand
wie zwei Rasenmähermesser...

Ich weiß, was Du willst, doch ich will, dass Du weißt
lass es besser lieben bleiben
es gibt immer einen anderen Weg.

Wenn die Sonne brennt, liege ich im Gras
und Zuhören ist mein größter Spaß.
Ich? Ich bin nur der Rasenmäher...doch, wenn ich mähen muss, geb' ich richtig Gas.

[Musik: Anthony Banky/Michael Rutherford/Steve Hackett/Phil Collins/Peter Gabriel aka Genesis "I Know What I Like", Text: Charly Davidson, Verlag: worte&musik © 1986]

Sonntag, 1. Mai 2011

Sonntag, der 01. Mai 2011

In Charlys Bloggbuch werden ab Januar 2009 regelmäßig Texte und Songtexte von ihm veröffentlicht. Heute ist es:

WENIGSTENS DARAUF KANN MAN SICH VERLASSEN
(wiederveröffentlicht anlässlich des Todes von Osama Bin Laden)

"Dass die Dinge des Lebens nicht immer so ablaufen
Wie man es erwartet, wenigstens darauf kann man sich verlassen
Zum Beispiel in der Politik, bei der manchmal alles anders kommt, als angekündigt
Und oft doch so geschieht, wie es vorauszusehen war
Außer natürlich für diejenigen, die es vorauszusehen hatten
„Das war so nicht vorauszusehen“ sagen sie uns und fügen an
„Wir haben getan, was wir konnten“ - wenigstens darauf kann man sich verlassen

„Hauptsache gesund“ sagen die Menschen
Und das stimmt ja auch: die Gesundheit ist die Hauptsache
Jeglicher Gesundheitsreform - nicht das Geld. Gott bewahre!
Wenn die Finanzierung die Hauptsache wäre und dann erst die Gesundheit käme
Dann wäre dies das Ende einer Gesundheitsreform
Und man müsste das Ganze umbenennen in Gesundheitsfinanzierungsreform
Aber, da das irgendwie negativ klingt: Gesundheitsfinanzierungsreform
Nennt man es Gesundheitsreform, darauf kann man sich verlassen

Vieles wird ja dadurch verharmlost, dass man den Begriffe dafür verharmlost
Nehmen wir einmal den Soldat, der getötet wurde
Und doch nicht wirklich gestorben ist, wenn man darüber redet
Er ist „im Kampf gefallen“, ganz so, als ob er gleich wieder aufstehen könnte
„Was ist passiert“ fragt die Mutter und bekommt als Antwort: „Ihr Kind ist gefallen“
In Afghanistan oder im Irak oder anderswo auf der Welt
Wo immer Soldaten - Achtung! - „den Frieden sichern“
Und der Gegner, der wird in der Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit, nicht erschossen
Er verbrennt nicht in seinem Panzer oder wird von Streubomben zerfetzt - nein
Er wird „ausgeschaltet“, wie eine Lampe
Einfach ausgeschaltet, ganz so, als ob man sie oder ihn jederzeit
Wieder einschalten könnte, wenn es notwendig sein sollte

Jetzt macht auch der Satz einen Sinn: „Der Letzte macht das Licht aus“
Eine Metapher, wie vieles in unserem Leben
Wenigstens darauf kann man sich verlassen."

[Text: Charly Davidson, Verlag: worte&musik © 1994]

Freitag, 29. April 2011

Freitag, der 29. April 2011


Guide me, O Thou great Redeemer
Pilgrim through this barren land.
I am weak, but Thou art mighty;
Hold me with Thy powerful hand.
Bread of Heaven, Bread of Heaven,
Feed me till I want no more;
Feed me till I want no more.

Open now the crystal fountain,
Whence the healing stream doth flow;
Let the fire and cloudy pillar
Lead me all my journey through.
Strong Deliverer, strong Deliverer,
Be Thou still my Strength and Shield;
Be Thou still my Strength and Shield.

Lord, I trust Thy mighty power,
Wondrous are Thy works of old;
Thou deliver’st Thine from thralldom,
Who for naught themselves had sold:
Thou didst conquer, Thou didst conquer,
Sin, and Satan and the grave,
Sin, and Satan and the grave.

When I tread the verge of Jordan,
Bid my anxious fears subside;
Death of deaths, and hell’s destruction,
Land me safe on Canaan’s side.
Songs of praises, songs of praises,
I will ever give to Thee;
I will ever give to Thee.

Musing on my habitation,
Musing on my heav’nly home,
Fills my soul with holy longings:
Come, my Jesus, quickly come;
Vanity is all I see;
Lord, I long to be with Thee!
Lord, I long to be with Thee!

Sonntag, 24. April 2011

Samstag, der 24. April 2011

In Charly Davidsons Blog "Spirit Of Germany" werden ab Januar 2009 regelmäßig Texte und Songtexte von ihm veröffentlicht. Heute ist es:

DIE HELDEN DES SWING

Es ist kühl in der Nacht
Denn im Park hat es bis eben geregnet
Am Südufer des Flusses bleibst du einfach stehen
Irgendwo spielt 'ne Band einen Dixie
Und es tut dir gut diese Musik zu hören.

Du schlenderst hin und triffst kaum eine Menschenseele
Die aus dem Regen hierher kam um den Jazz zu hören
Zu viele Bands an zu vielen andren Orten
Aber kaum eine hat so einem Sound
Südlich von London, südlich von London ist das eben so.


Doch da ist Gitarren-George, der kennt alle Akkorde!
Und er achtet darauf, daß es nicht weinerlich klingt
Denn er hat nur diese eine alte Gitarre
Wenn er ins Rampenlicht tritt und seinen Part spielt.

Und Harry macht's nichts aus, wenn ihn keiner beachtet
Er hat mächtig zu tun und es macht ihm auch noch Spaß
Spielt das Schlagzeug so wie ein ganz Großer
Freitag Nachts gibt er alles
Mit den "Helden ...", mit den "Helden des Swing".

Ein paar angetrunkene Jungens albern herum in einer Ecke
Haben ihre besten braunen Hosen und Plateauschuhe an.
Die interesseren sich 'nen Scheiß für die Trompeten
Denn so was ist nicht gerade Rock and Roll
Und die Helden ...
die Helden spielen Creole.

Und der Sänger, der geht geradewegs zum Mikrofon
Und er sagt als die Glocke zur Sperrstunde schlägt:
"Vielen Dank, gute Nacht, es ist Zeit zu gehen."
Und dann redet er mit der Stimme des 'King':
"Wir sind die Helden ...
wir sind die Helden des Swing!"

[Text: Charly Davidson. Musik von Mark Knopfler "Sultans Of Swing"/ 1978, Verlag: worte&musik © 1985]

Mittwoch, 6. April 2011

Mittwoch, der 06. April 2011

Nach Ansicht von Autor Rainer Sauer brauchen zeitgenössische Schriftsteller juristischen Beistand. "Als jemand, der ein Buch über eine fiktive Rocklegende schreibt, kommt man in Deutschland ohne Anwalt nicht mehr aus", sagte Sauer dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

In diesem Sommer sollte seine "Rocklegende" in einem Berliner Verlag erscheinen. Doch in letzter Sekunde stoppte der Verlag den Druck, nachdem eine einstweilige Verfügung gegen das Buch angedroht worden war. Eine Frau glaubt, darin porträtiert zu werden, und fühlt sich in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt. Sauer wird seine "Rocklegende" nun den Wünschen der juristischen Gegenspielerin anpassen und dann im Sommer 2012 auf den Markt bringen.

Donnerstag, 17. März 2011

Donnerstag, der 17. März 2011

Zum Tode von Steve Griffin

Wer Steve Griffins Büro in der Londoner "ELECRONICLE"-Redaktion betrat, merkte schnell, dass hier kein Durchschnittsredakteur seinen Platz hatte: Nicht nur, dass die Unordnung auf Tisch und Boden phänomenal war - was immer sich an Sondermüll der Pop- und Elektronikkultur angesammelt hatte, zeugte davon, dass hier ein ziemlich weltgewandter, mit den Codes der Gegenwart vertrauter Schreiber hauste. Und dann waren da noch an den Wänden Plattencover und Plakate, die Griffin, vor allen in den 80er- und 90er-Jahren selbst gestaltet hatte. Aha, dachte man dann, der Kerl ist auch ein Künstler, was durchaus richtig war, hatte er doch einst eine ganze Zeit lang bei "Hipgnosis"-Masterbrain Storm Thorgerson gearbeitet, bevor er komplett ins Journalistenfach wechselte.

Nach einer längeren drögen Phase hatte "ELECRONICLE", in den frühen Achtzigern als sogenannte Zeitgeistillustrierte bekannt geworden, ab 1988 richtig Fahrt aufgenommen. Prägende Schreiber waren Simon Williams (der heute beim "New Musical Express"/"NME" ist)und Paul Stokes, der auf der letzten Seite des Heftes seine geharnischten Kolumnen schrieb. Keiner aber hat das Blatt in dieser Zeit so verkörpert wie Steve Griffin.

Griffin war Mitte 30. Ein gewitzter, zurückhaltender, schmaler Junge aus Bristol, der sich gern die Ärmel seines Wollpullovers über die Handgelenke zog. Wohl nie hat ihn damals in der Öffentlichkeit jemand ohne Schirmmütze gesehen. Für eine gewisse Zeit war Griffin fast ein Popstar - oder zumindest Inbegriff des Popjournalisten. Popjournalismus, diese in den Neunzigern neu entstandene Form des Journalismus, hatte weniger damit zu tun, dass seine Schreiber bevorzugt über die Phänomene der Popkultur schrieben, die damals in den Medien noch kaum vorkam, sondern dass sie die Grenzen zur Literatur so weit zu überschreiten versuchten, wie das die festgezurrten Formate der Branche zuließen. Popjournalismus zeichnete sich durch dreierlei aus: 1. Phantasie war wichtiger als Recherche; 2. kein Satz sollte so geschrieben sein, wie man es auf den Journalistenschulen beigebracht bekam. Und, 3., die Texte waren ziemlich subjektiv.

Niemand beherrschte dieses Genre bis heute so wie Steve Griffin. Als er Madonna in Paris zum Interview traf, schrieb er kaum über Madonna selbst, sondern erstmal darüber, dass man ihn nicht zum Interview ins Ritz lassen wollte. Als ihn eine Plattenfirma zu Bod Dylan schickte, kamen in seinem Text zwar Gott und der Teufel vor, kaum aber Dylan selbst - das Label, das den teuren Flug bezahlt hatte, war entsetzt.

In keinem seiner Texte aber konnte man die Prinzipien seiner Arbeitsweise (und damit die des Popjournalismus) so konzentriert wiederfinden, wie in einem Interview, das er vor anderthalb Jahrzehnten mit Sänger Bono von U2 führte.

Nicht nur, dass Fragen wie die, ob er als Kind zum Mond reisen wollte, für den in Formelhaftigkeit erstarrten Kulturjournalismus dieser Zeit ziemlich ungewöhnlich waren. Griffin kletterte während des Gesprächs mit dem Sänger aus dem Zimmer durch ein Fenster aufs Dach, im veröffentlichten Interview kam die Szene ebenso vor wie die Passagen, in denen nicht der Interviewer den Popstar, sondern der Popstar den Interviewer befragte. Mit Griffin hatte der Journalist in diesem Moment seinem ihm sonst gebührenden Platz im Off, im Hintergrund, verlassen und war selbst auf die Bühne getreten und Bono hatte erkannt, was für einen hochkarätigen Interviewer er da vor sich hatte. Die "ELECRONICLE"-Redaktion setzte daneben ein Foto, auf dem Griffin genauso groß zu sehen war wie Bono; wahrscheinlich hatten sie da längst gemerkt, dass sie nicht irgendeinen Redakteur beschäftigten - sondern DEN Journalisten der Neunziger schlechthin.

1999 wurde "ELECRONICLE" für acht Jahre eingestellt, denn die Errungenschaften des Popjournalismus, der zu Beginn so neuartig und spielerisch gewesen war, sickerten langsam durch die Medienbranche. Sie sind heute im Kulturteil des "SPIEGEL" ebenso selbstverständlich geworden wie bei "Bild am Sonntag" und kommen selbst in den bemüht witzigen ARD-Einspielfilmchen der Fußballweltmeisterschaft vor.

Doch wie so oft bei Epochenbrüchen waren es nicht die Vorreiter, die Karriere machten, sondern eine weniger stürmische Nachhut. Steve Griffin schrieb nun für die "TIMES" ebenso wie für den "NME", in Deutschland laß man ihn im Magazin der "FAZ" und gelegentlich sogar in der "BUNTE". Doch nie wieder gingen die Strömungen der Zeit, die Möglichkeiten, die eine Redaktion ihm einräumte, und Griffins unbestreitbares Talent so glücklich zusammen wie bei "ELECRONICLE".

Als das Blatt 2007 wieder neu auf den Markt kam, dieses Mal im Verlag des "NME", umwarb man Griffin, doch der weigerte sich zuerst bei dem "Klon", wie er das neue "ELECRONICLE"-Magazin nannte, mitzuwirken. Wie viele Journalisten der Zeit veröffentlichte Griffin Romane ("3 Kinds Of Sailing", "Anger") und lotete darin die von Vorbildern wie Bret Easton Ellis und Douglas Coupland vorgegebenen Möglichkeiten der Popliteratur aus. Sein eigentliches Metier aber war nicht der Roman, sondern jene schwer greifbare Mischform im Niemandsland zwischen Journalismus und Literatur.

Also nahm er 2009 seine Arbeit für "ELECRONICLE" wieder auf und interviewte den Musiker, Produzenten und Musiktheoretiker Brain O-N-E. Die Chemie muss gestimmt haben, denn der sonst erher scheue Brite stimmte weiteren Interviews mit Griffin zu und tat sogar eigentlich Undenkbares: er widmete der Journalistenlegende einen Song auf seinem aktuellen Album, den er nach Griffins ersten Romantitel benannte.

Vielersprechend war Anfang des Jahres die Ankündigung, Griffin habe sich für sein neues Buch "Tempo" in Brasilien auf die Suche nach dem Bossa-Nova-Urvater João Gilberto gemacht. Eine literarische Langzeitreportage wurde angekündigt. Steve Griffin sollte ihre Veröffentlichung Ende April nicht mehr erleben. Am Samstag ist er überraschend in London gestorben. Er wurde 55 Jahre alt.