Mittwoch, 16. Februar 2011

Donnerstag, der 17. Februar 2011

Aus dem "Timeless Music Magazine"/Australien vom Februar 2011:

WER ERFAND DIE LOUNGE MUSIK?
Ein Artikel von Rico Miller

Es wird allgemein angenommen, dass es ein Deutscher war, der 1988 die "Lounge Music" erfunden hat: Karl David Korff. Geprägt und berühmt gemacht hat er sie sicherlich, durch sein Album "Korff Musik" und mit verbaler Hilfe seines späteren Geschäftspartners Brain O-N-E. Alleine gat er sie aber nicht erfunden.

Brüder im Geiste waren zwei andere deutsche Musiker: Hans-Joachim Roedelius und Dieter Moebius (auch bekannt als "Cluster" oder "Kluster"). Es ist müßig, darüber zu spekulieren, wer wen beeinflusst hat. Wie so oft in der Musik, lag die Idee der "Lounge Music" in der Luft und sowohl Korff als auch "Cluster" als auch Brain O-N-E haben ab Ende der 70er damit experimentiert und sie in den 80ern vorangetrieben. Fakt ist, dass Korff 1985 ein Konzert von "Cluster" in Hamburg besuchte, das unter dem Titel "Curiosum" stand. Korff war damals in Deutschland schon ein Rockstar unter seinem Künstlernamen Charly Davidson und so stellte er sich strategisch günstig in die erste Reihe und, erwartungsgemäß, bat man ihn zu einem Jam auf die Bühne.

Nach dem Konzert verabredete man ein Treffen, das dann zwei Jahre später im Alten Weserhof in Forst, dem Domizil der beiden "Cluster"-Musiker, stattfand. Mehrere Wochen lang war Korff bei Roedelius und Moebius (die zu der Zeit auch schon länger mit Brain O-N-E befreundet waren) in deren Studio, einem umgebauten Bauernhof, und man nahm sogar einige gemeinsame Titel auf, die allerdings bis heute nicht veröffentlicht worden sind.

Wenig später erwarb Korff dann bei Frankfurt am Main selbst einen alten Bauernhof, baute diesen zu einem großen Tonstudio um, und arbeitete dort erstmals an einem eigenen Elektromusik-Album. Heraus kam "Korff Musik": das erste "Lounge Musik"-Album der Welt. O-N-E förderte dessen Airplay, indem er dem neuen Genre den Namen gab und Korff so zum Statthalter beförderte. Der revanchierte sich, beglich 1992 O-N-Es Steuerschulden beim britischen Fiskus und beide gründeten danach ein gemeinsames Label namens "CBQ" (= "Charlys Brain Quadrant"). Roedelius und Moebius veröffentlichten weiter Alben mit eher ruhigerer Musik und wurden so nie in den kommerziell wie musikalisch einfallslosen Strudel der heutigen "Lounge Music" gezogen, aber das ändert nichts an dem Anteil, den beide an der Entstehung dieser Musikrichtung hatten.

(Übersetzung: Dunja Bauersfeld)

Montag, 17. Januar 2011

Montag, der 17. Januar 2011

Tanja Denk (geboren 1969), heute bei RTL, schreibt über ihre Begegnung mit Charly Charlyson, den sie 1999 für eine Sendung bei VIVA Zwei engagierte:

Charly Davidson war meine erste große Liebe. Ich war 13, als sein Album "Kontaktaufnahme" veröffentlicht wurde. Danach verehrte ich Davidson göttlich. Ich kannte jedes Wort seiner Songs auswendig, hörte sie ununterbrochen. An der Wand meines Zimmers hingen seine Coverhüllen, jeder konnte sie sehen und ich war mächtig stolz darauf, ein Davidson-Fan zu sein. Man muss dazu sagen, dass ich damals in einer kleinen Ortschaft in der Wetterau lebte und mit dem Bus zur Schule gefahen wurde.

Eines Montagmorgens bestieg ich den Schulbus, als an der nächsten Haltestelle andere Teenager einstiegen, die zur Gesamtschule wollten. Ich hatte meinenKassettenrekorder mitgenommen und spielte ihnen Davidson Songs vor. Vor allem der "Buschmann" gefiel mir damals sehr. Manche fanden es gut und so war ich total aus dem Häuschen. Aber genauso schnell, wie der Stolz kam, ging er auch wieder: Eine Klassenkameradin sagte, mt Nena käme Charly nicht mit.

Was für eine Demütigung. Ich hatte all meinen Mut zusammen genommen, weil ich ihnen zeigen wollte, dass in Charlys Songs eine Botschaft steckte, in jedem einzelnen seiner Songs, und erntete nun Spott und Hohn. Ich versank in meinem Sitz und hoffte, so schnell wie möglich aussteigen zu können.

Rund anderthalb Jahrzehnte später schrieb ich einen Brief an mein Jugendidol und bat um einen Gesprächstermin. Das war 1999, ich arbeitete damals für die Redaktion von VIVA Zwei. Es war ein Schuss ins Blaue, der Sender hatte nämlich eine überschaubare Reichweite, den offiziellen Weg über eine Anfrage bei der Plattenfirma brauchte ich deshalb gar nicht erst zu versuchen, die würden eh abwinken, das wusste ich.

Ich beschrieb ihm das Konzept unserer Show, die "Miete einen Star" hieß und einmal im Monat an einem Samstag lief. Einen ganzen Tag lang konnten sich Schulklassen einen Star "mieten", buchen traf es wohl besser. Und die konnten den Tag entweder mit ihm verbringen oder er bei ihnen. Mit Interviews, Besuch im Studio, Konzertvorbereitung - alles, was es an Möglichkeiten gab. Wir zeichneten das auf un dsendeten das dann von 18 bis 24 Uhr mit einer Wiederholung am Sonntag morgen.

Die Show erlaubte es uns, ungewöhnliches Material zu produzieren und sogar nie veröffentlichtes oder vergessenes Material zu senden, wie es echte Fans sehen wollten. Wir dachten, dass es für Künstler kaum etwas Verlockenderes geben konnte, als einen Abend lang einen Musiksender zu "kapern" und mit Homestories, Fankontakten und den ganzen alten Kram zu glänzen.

Ehrllicherweise muss man aber sagen, dass es eine gigantische Recyclingmaschine war für Stars, die ihren Karrierehöhepunkt bereits überschritten hatten, denn nie machte bei uns ein wirklicher aktueller Star mit. Der oder die hatten das nicht nötig - und dann auch noch bei VIVA 2? - Nee!

Aber ich schmeichelte Davidson, indem ich ihm schrieb, welche unauslöschlichen Spuren er in meinem bisherigen Frauenleben hinterlassen hatte. Außerdem wusste ich, dass seine Plattenfirma gerade mit "Rückspiegel" ein Best-Of-Album plante und dachte, dass es deshalb vielleicht nicht ganz unmöglich sein sollte, dass Charly sich auf mein Angebot einlassen würde. Deshalb wartete ich ungeduldig auf eine Antwort seines Managements. Erstaunlicherweise dauerte das nicht lange. Ein oder zwei Tage später rief jemand an, der Gesprächstermin stand, eine Woche später fuhr ich nach Jena, um dort im "Cafe Wagner" am Marktplatz mein Idol zu treffen.

Davidson kam rein, streckte mir die Hand entgegen und schaute mir tief in die Augen. In meinem Brief hatte ich ihm geschrieben, wie sehr mich seine Augen immer schon fasziniert hatten. Ich hatte ihm auch geschrieben, wie sehr er mir bei der Entdeckung meiner Persönlichkeit geholfen hatte und was für eine wichtige Person er in meinem Leben gewesen war.


Als er mir so gegenüber saß, sah er unfassbar unscheinbar aus. Er hatte ein beiges Cordsakko über einem T-Shirt an, trug Vollbart und eine Ray Ban Brille. Viele Künstler, die ich kannte, sahen so oder so ähnlich aus wie er: Kunze, Maurenbrecher, Klaus Lage, um nur einige zu nennen. Trotzdem war er immer noch eine der eindrucksvollsten Persönlichkeiten der damaligen Popwelt, ausgestattet mit einer Aura, die das Gegenüber gnadenlos verschlang. Nur wenige Popstars, die ich in meiner Zeit bei VIVA Zwei traf, oder heute bei RTL, hatten oder haben eine vergleichbare Aura. Das machte ihn schon zu etwas Besonderem.

Bevor das Gespräch richtig begann, sagte Charly zu mir, dass ihn mein Brief beeindruckt habe. Er könne sehr gut verstehen, wie empfänglich ich als Jugendliche für die Botschaft seiner Zeilen gewesen war. Ich hatte ihm auch geschrieben, dass ich mich damals, in den frühen achtziger Jahren, danach sehnte, meiner Existenz zu entfliehen. An vielen Abenden saß ich in dieser prägenden Phase vor einem Teleskop und starrte in den Nachthimmel. Ich hoffte, endlich dem kleinen Ort entkommen zu können, in dem ich damals lebte.

Auch er hatte als Jugendlicher mit seinem Teleskop den Weltraum erkundet, war großer Weltraumfahrt-Fan gewesen. Er konnte also absolut verstehen, mit dem Teleskop aus meiner eigenen Welt flüchten zu wollen. Das gab mir das Gefühl, mit ihm seelenverwandt zu sein - ein Gefühl, dass ich abstrakt schon seit der "Kontaktaufnahme" hatte, und das mich hier, in diesem Moment, tief berührte.

Während unseres Gesprächs ließ Davidson unablässig ein schweres, goldenes Feuerzeug zwischen seinen Fingern rotieren. Ich werde dieses Bild nie vergessen. Ich fragte ihn, was er den gerne an diesem Tag als "gemieteter Star" machen würde? Solle die Schulklasse zu ihm kommen oder er zur Schule? Davidson bevorzugte einen Besuch in seinem Stuiokomplex in Jena, der JenaFarm, wie er ihn nannte. Dort könne er auch live spielen, sagte er. Zwar ohne seine reguläre Band, aber mit seinem Partner Helmut Prosa könne er für VIVA Zwei eine Art Listening Session machen, und das machten wir dann auch so. Als Moderatorin wünschte er sich Charly Minh-Khai Phan-Thi.

Ohne Proben ging das damals los und auf dem Hof der JenaFarm drängte sich eine Schulklasse aus Stuttgart vor der Bühne. Davidson kam, die Gitarre lässig geschultert, hatte den Vollbart abrasiert. Dann schwang er sie, wie Elvis um seine Hüften nach vorne, sang sein berühmtes "15 Mann..."-Intro und spielte dann ein paar Akkorde zum Aufwären. Es folgte ihm Helmut Prosa auf die Bühne und während Minh-Khai die beiden anmoderierte, schaute Charly in meine Richtung und fragte dann: "Tanja, gibt es Songs, die du gerne hören würdest?"

Ich war wie vom Donner gerührt. Schließlich war ich ja keine VIVA Zwei Djane oder Moderatorin sondern arbeitete nur in der Redaktion. Ich hätte nie gedacht, dass Davidson mich in der Sendung kennen oder erwähnen würde. Aber er tat es. Ich stammelte in meiner Überraschung drei, vier Songnamen, die meisten davon aus seinen alten Alben. Und er spielet sie alle der Reihe nach. Ohne Probe, ohne Texthänger - einfach so.

Und obwohl die zwanzg Schülerinnen und Schüler da waren nebst Minh-Khai Phan-Thi, und später natürlich viele tausend TV-Zuschauer, hatte ich das Gefühl, dass er die Songs nur für mich spielen würde. Natürlich tat er das nicht. Und er wusste damals auch nicht, wie mich gerade diese Songs in meinem Leben beeinflusst hatte. Aber er wusste es, als wir uns Stunden nach dem Privatkonzert noch einmal gegenüber saßen. Ich sagte ihm, dass dieses Akustik-Set vor der Schulklasse zu einem der schönsten Ereignisse meines Lebens geworden war.

Schon in meinem Brief hatte ich ihm geschrieben, dass ich ihn zum ersten Mal auf einem Konzert im Jahre 1984 gesehen hatte. Ein Freund meiner Eltern hatte zwei Karten für einen Auftritt in Frankfurt am Main bekommen und nahm mich mit. Ich war damals 15 Jahre alt und habe eine lebhafte Erinnerung an das Konzert, weil es mein erstes Livekonzert war.

Ich hatte Davidson auch geschrieben, wie sehr mich schon damals sein Publikum beeindruckt hatte. So viele verschiedene, interessante Menschen. Am meisten beeindruckte mich damals natürlich Davidson selbst, dieser charismatische Performer, dieser Herr der Massen. Er verstand uns und wir verstanden ihn. Das veränderte mein Leben.


Vermutlich war es dieses Zusammengehörigkeitsgefühlt, verbunden damit, der Welt etwas mitteilen zu wollen, der seine Anhänger, mich inbegriffen, nacheifern wollten. Wahrscheinlich hatte ich deshalb den Jugendlichen im Bus seine Songs vorgespielt und vermutlich hatten sie recht gehabt, dass Charly nie die Qualität einer Nena hatte. Er war eben immer schon so sehr anders als andere Popstars.


Die Sendung damals wurde übrigens recht passabel, schadete ihm nicht, half aber seiner Karriereauch nicht wirklich voran, denn die stockte gerade ein wenig. Heute weiß ich: auch für Charly war unsere Sendung eine Recyclingmaschine, da er seinen Karrierehöhepunkt bereits überschritten hatten. Aber als großer Charly Davidson Fan, war mir das damals einfach entgangen. Wahrscheinlich in dem Moment, als er mir tief in meine Augen blickte.

VIVA Zwei lief dann noch weiter bis Ende 2001, dann kam mit VIVA + die Zeit der Endlosmusikschleifen im Fernsehen und der Dauerwerbung für Klingeltöne und Handytarife. Deshalb wechselteich 2002 zuerst zu VOX, wo ich für die Redaktion der Promi-Kochshow leitete und wechselte 2007 zu RTL Exklusiv. Charlys Tod hat mich, ebenso wie wahrscheinlich alle seine Fans, tief getroffen und ich wünschte mir, er wäre heute noch in unserer Welt.

Donnerstag, 6. Januar 2011

Donnerstag, der 06. Januar 2011

VOR FÜNF JAHREN AKTUELL:

30 Jahre Charly Davidson auf der Bühne: "Es gibt keine falschen Entscheidungen, es gibt nur Konsequenzen"

Drei Jahrzehnte. Dreißig Jahre. So lange ist er dabei. So lange macht er Deutschrock. Und nicht nur das. Davidson erfand (unter seinem bürgerlichen Namen Karl David Korff) vor knapp zwei Jahrzehnten das Genre der Lounge Musik. Bis heute aber polarisiert er mit dem was er macht - manchmal auch mit dem, was er nicht macht - wie kaum ein anderer Musiker in Deutschland. Der ungezügelte Wort-Akrobat, der "Überflieger", ist in letzter Zeit zahm geworden, formuliert als "Reizwolf" mittlerweile klarer, nicht mehr so abgehoben. Ob es den Gesellschaftskritiker von früher heute noch gibt, das fragte ihn Rundschau am Morgen-Reporter Ben Görgele.


Rundschau am Morgen: Sie feiern gerade ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum. Sind Sie mit Ihrer Karriere seit 1976 zufrieden?

Davidson: Ja und nein. Zum einen bin ich dankbar, dass ich so viel habe hinkriegen können. Dass ich diesen Weg überhaupt gehen konnte. Dass es ein Beruf wurde und nicht nur eine Episode. Zum anderen bin ich unzufrieden, weil ich gerne noch größere Resonanz gehabt hätte. Helmut Prosa (Davidsons langjähriger musikalischer Weggefährte, d. Red.) hat mir früher mal gesagt: "Du musst eigentlich zufrieden sein: Was du machst, ist relativ anspruchsvoll. Und du hast damit im Rahmen dieser Möglichkeiten eigentlich eine ganze Menge Leute erreicht." Es hätte also auch viel schlimmer für mich ausgehen können.

Rundschau: Aber etwas mehr Resonanz hätten Sie sich dennoch erhofft?

Davidson: Das wünscht man sich immer. Bei so vielen Popprodukten, die einfach nur scheiße sind, fragt man sich verbittert: Warum haben die so viel Resonanz? Und noch mehr tun die Kollegen weh, bei denen man weiß: Das sind gute Leute, und die haben einfach mehr Erfolg. Da möchte ich schon gerne, nicht nur mit Blick auf den Kontostand, sondern auch mit Blick auf das Geliebtwerden, immer mehr erreichen als das Bisherige.

Rundschau: Gab es Momente, in denen Sie in Ihrer Karriere falsch abgebogen sind?

Davidson: Sicherlich. Ein 30-jähriger Berufsweg, ob meiner oder ein anderer, verläuft nicht geradlinig. Das gibt es heute nicht mehr. Das gab es vielleicht zu Zeiten der Gebrüder Grimm. Es ist eine Achterbahnfahrt, mit Fehlentscheidungen. Ich frage mich schon rückblickend, nach dem enormen Erfolg von den späten Achtzigern bis in die Neunziger, warum aus mir kein Weltstar wurde. Weshalb der Erfolg in diesem Jahrzehnt zurückging. Und erst mühsam wieder mehr wurde. Was habe ich zur Jahrtausendwende verkehrt gemacht - das frage ich mich manchmal. Ich weiß es nicht.

Rundschau: Haben Sie womöglich unter dem großen Hit "Überflieger" gelitten?

Davidson: Ach. Jeder Sänger hat einen größten Hit. Das ist die Hausnummer, und da sollte er dankbar sein, dass er so etwas hat. Es gibt immer eine größte Nummer, die man nicht mehr erreicht, in jeder Karriere. Daran wird man dann gemessen. Es ist ja nicht meine beste Nummer, das habe ich nie behauptet. Der größte Hit und der größte künstlerische Hit - das deckt sich, glaube ich, bei niemandem.

Rundschau: Derzeit sind vier deutsche Künstler unter den Top Ten: Xavier Naidoo, Texas Lightning, die Sportfreunde Stiller und Rosenstolz. Würden Sie sich eines dieser Alben kaufen?

Davidson: Sicher nicht. Xavier Naidoo und Texas Lightning mit Olli Dittrich kenne ich persönlich. Xavier udn Ollie sind beides sehr nette Menschen. Aber natürlich musikalisch eine ganz andere Welt. Sportfreunde Stiller und Rosenstolz kenne ich nicht.

Rundschau: Sie kennen Rosenstolz nicht?

Davidson: Ich bin tatsächlich einer der wenigen Menschen in Deutschland, die noch nie Rosenstolz gehört haben. Selbst meine Schwiegermutter hat die Platte.

Rundschau: An '"Ich bin ich (Wir sind wir)" oder dem Album "Das große Leben" kam man im Radio doch gar nicht vorbei.

Davidson: Ich höre kein Radio.

Rundschau: Ist da nichts in Ihnen, das sich fragt, was dieses erfolgreichste Album einer deutschen Gruppe ausmacht?

Davidson: Nein, interessiert mich nicht.

Rundschau: Aber wenn Sie sich fragen, wie sich mehr Resonanz erreichen lässt, könnten Sie sich auf diesem Weg vielleicht ein Bild über die gegenwärtigen Bedürfnisse und Interessen des Publikums machen.

Davidson: Mag sein. Wahrscheinlich tue ich es nicht, weil ich davor zurückschrecke, es vielleicht gut zu finden und dann versuchen würde, zu klauen (lacht).

Rundschau: Empfinden Sie so etwas wie Stolz, was Ihre Karriere betrifft?

Davidson: Ja sicher, aber eben gepaart mit einem defizitären Gefühl. Stolz ja. Aber ich hätte gerne noch mehr erreicht.

Rundschau: Was Verkaufszahlen betrifft? Oder künstlerisch?

Davidson: Vordergründige Antwort: Ich hatte noch nie einen Nr.-1-Hit. Das würde ich natürlich gerne noch erreichen. Noch nicht einmal ein One-Hit-Wonder zu sein, das wäre schrecklich. Hintergründige Antwort: Wir sind Alchimisten in unserem Gewerbe und nicht immer gelingt alles. Hätte ich nur Alben gemacht wie "Wissen-schafft-Macht", müsste ich mich jetzt nach einem Putzjob umsehen. Das ist eine Platte, wie es sie in Deutschland nicht gibt. So was kann nur ich. Aber davon kann ich nicht leben. Also bastelt man immer ein wenig hier und ein wenig da, streut diese musikalische Substanz ein und da eine Andere Rhythmik.Und man hofft daruf, dass man so irgendwann einmal Prozellan oder Gold entdeckt.

Rundschau: Trennen Sie inzwischen strikter zwischen dem kommerziellen und dem intellektuellen Davidson?

Davidson: Nein. Ich kann eine Platte nur machen, weil ich darin auch vorkomme. Solche Songs mache ich dann auch gerne. Sie sind nicht alles. Aber ich kann sie verkörpern. Das Publikum würde ohnehin merken, wenn das alles nicht stimmt.

Rundschau: Sind Sie im Internet unterwegs?

Davidson: Ja.

Rundschau: Wenn man dort Meinungen zu ihrer aktuellen Platte nachliest, muss man zum Schluss kommen, dass es wohl kaum ein Album gab, das unter den Davidson-Anhängern so polarisierte wie ihr letztes namens "Reinzwolf". Zu aufgesetzt sei ihr Anspruch, die Welt zu verändern, weil sie natürlich inzwischen gut situiert und nett seien. Musikalisch und auch inhaltlich. Befürchten sie nicht, dass Sie alteingesessene Fans vergraulen?

Davidson: Doch, das befürchte ich. Das ist unvermeidlich, das passiert immer. Und es tut mir auch um jeden leid. Ich bin ja ein guter Führer, und ich will, dass mein mir folgt. Und dass es Brot und Spiele gibt für alle. Aber mit allem, was man entschieden macht, mit Kontur und Profil, vergrault man auch jemanden. Es gibt keine falschen Entscheidungen, es gibt nur Konsequenzen. Es ist stets mein Ansinnen, alle glücklich zu machen. Ich liebe...ich liebe doch alle...alle Menschen. Aber manchmal klappt das eben nicht.

Rundschau: Aber Sie wissen, warum sich manche beklagen?

Davidson: Ja, aber ich finde es eine Unverschämtheit, mich so festzunageln auf eine bestimmte Rolle oder auf ein Kreuz. Immer nur die Welt erklären, immer nur den Dolch im Gewand, bereit Galle und Sarkassmuss pur zu spucken. Das habe ich so oft gemacht, das wird auch irgendwann langweilig. "Expect the unexpected", das ist meine Devise und mir der bezahle ich immer und überall.

Rundschau: Man könnte auch annehmen, Sie hätten aufgegeben. Die "Gesinnungsnomaden", die Sie einst besangen, gibt es ja immer noch, aber Sie singen nicht mehr dagegen.

Davidson: Nein, das habe ich ja schon. Und was hat sich geändert? Nichts? Aber: Das Lied und seine Aussage gelten natürlich immer noch.

Rundschau: Was bedeutet, dass man mit Musik nichts verändern kann.

Davidson: Kann man ja auch nicht.

Rundschau: So bleibt der Eindruck, dass das Einzige, an das Sie wirklich glauben, die Liebe ist.

Davidson: Und daran auch nicht. (lacht) Man hat da sicherlich auch immer geteilte Sichten. Ich hielt mich zum Beispiel im Studium immer für einen tollen Hecht. Vor ein paar Jahren habe ich zufällig eine alte Kommilitonin getroffen. Wir sehen uns und laufen aufeinander zu; nach gefühlten 15 Jahren war es das erste Mal, dass wir uns sehen. Ich hab‘ mich richtig gefreut. Und dann sagt sie zu mir: "Charly, weißt du eigentlich, was du früher für ein Arschloch warst!?!“ Das relativiert einiges in Sachen Liebe.

Rundschau: Entsteht das künstlerisch Große nicht immer auch aus Unglück und Leid?

Davidson: Ach, ich finde meine Portion Unglück immer. Ganz so wie Tucholsky. Der war ja war objektiv betrachtet die meiste Zeit seines Lebens auch irgendwie unglücklich.

Rundschau: Wer sich durch die Internet-Foren liest, stellt fest, dass die User bisweilen grausam in ihrem Urteil sind. Viel mehr als wir Journalisten.

Davidson: OK. Lassen Sie mal hören...

Rundschau: Einer schreibt: "Reizwolf" ist so was von Scheiße. Die hört sich teilweise wie Schlager an: "Leonardo fährt Cabrio". Kein Wunder, dass Davidson als B-Promi ins Fernsehen gent und kocht. Herr Davidson macht das alles nur aus reiner Geldsache. Das steckt nichts Persönliches hinter. Herr Davidson, wenn Sie keine Ideen mehr haben, hören Sie auf, so eine Scheiße zu produzieren.

Davidson: So was Albernes. Das ist einfach nicht wahr. Ich habe mir bei diesem Album genauso viel Mühe gegeben, war genauso bei der Sache. Auch diese Platte ist nicht am Reißbrett entstanden. Was wollen diese Idioten? Und was haben Sie alle gegen RTL II? Da war ich früher schon und derzeit ist es die einzige Möglichkeit, wo ich im Fernsehen auftreten kann. Das ist schon eine Fraktion von sehr verbohrten Leuten, die mich als Spiegelbild, aös Legende benutzen. Ich soll für sie vorleiden, und sie leiden dann nach.

Rundschau: Anderes Thema: Sie sind jetzt mit dem Thüringer Ministerpräsidenten befreundet.

Davidson: Ja. Tolle Sache, nicht. Ich kann jederzeit in die Erfurter Regierungskanzleri rein, die Sicherheitsleute kennen mich alle schon. Ich und der MP, wie simsen regelmäßig. Hat sich so ergeben.

Rundschau: Bleibt nur die Frage, wie Charly Davidson, der doch als links galt, mit einem CDU-Mann befreundet sein kann.

Davidson: Warum sollte das nicht möglich sein? Heutzutage ist doch ist alles möglich. Aber ich habe ja immer schon erlebt, dass die Leute, die mir eigentlich meinungsmäßig zugeordnet waren, die waren, mit denen ich die größten Probleme hatte.

Rundschau: Es gibt diesen bekannten Spruch: 'Wer mit 20 kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer mit 40 noch Kommunist ist, hat keinen Verstand.' - Trifft das auf Sie zu?

Davidson: Das ist richtig, und mit 60 könnte man dann wieder ein Kommunist werden, wenn diese Logik stimmt.

Rundschau: Welche Sehnsüchte haben Sie noch?

Davidson: In der Hauptsache nur, dass es weitergeht. Es ist nun mal so, dass dieser Beruf für mich am geeignetsten ist.

Rundschau: Sie könnten mal ausbrechen. Vielleicht ein Jahr ins Ausland.

Davidson: Ach, ich habe exotische Sehnsüchte immer schon umgesetzt, habe ein Haus auf einer exotischen Insel (La Gomera, d. Red.). Aber wenn ich schon ausbrechen würde, dann dort hin, wo ich gerade noch deutsches Fernsehen empfangen kann. Ich brauche das, um meinen Blutkreislauf in Bewegung halten.

Rundschau: Was planen Sie musikalisch als nächsten Streich?

Davidson: Ich arbeite seit einiger Zeit an "Tor", meinem neuen Album. Ich kann mich noch gut an Zeiten in den frühen 80er-Jahren erinnern, als auch politisch die Debatten geführt wurden, ob wir in Deutschland dies oder das zulassen sollen. Schauen Sie sich unser Fernsehen an. Da wurde in den letzten 15 Jahren ein Höllentor geöffnet und es wird immer schlimmer. Es gibt keine Tabus mehr. Sex, Drogen und Rock'n'Roll sind da noch die kleineren Übel. Bald wird im TV auch noch live gestorben. Das werden wir noch erleben. Das kann in der Formel 1 sein, im Dschungelcamp, wenn irgend ein D-Promi einen tödlichen Herzinfarkt bekommt, oder bei "Wetten dass?", wenn ein Wettkandidat aus Versehen von einem Auto überrollt wird. Wir werden es sehen und ich glaube fest daran, dass auch dies noch nicht das Ende des TV-Programms sein wird. Darüber oder besser gesagt, davon handelt "Tor".

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Mittwoch, der 22. Dezember 2010

In Charlys Bloggbuch werden ab Januar 2009 regelmäßig Texte und Songtexte von ihm veröffentlicht. Heute ist es:

MAGST DU MICH DENN NICHT MEHR?

Du warst Kellnerin in einer Cocktail-Bar
als ich dich traf
Ich holte dich da raus und nahm dich bei mir auf
machte was aus dir
Fünf Jahre später hast du es endlich geschafft
Der Erfolg fliegt dir nur so zu
Aber vergiss nicht, wem du's zu verdanken hast
Ich kann auch anders, wenn ich will

Magst du mich denn nicht mehr
Ich versteh' nicht dass du sagst, unsere Zeiten war'n so schön
Magst du mich denn nicht mehr
Ich versteh nicht, dasss du sagt, jetzt ist die Zeit zu gehen
Dazu ist es nun zu spät
Hast du dir das gut überlegt
Am Ende werden wir beide das bereuen

Magst du mich denn nicht mehr? Magst du mich denn nicht mehr?
Magst du mich denn nicht mehr? Magst du mich denn nicht mehr?

Ich war Kellnerin in einer Cocktail-Bar
Das ist wohl wahr
Doch ich wusste, da muss ich und da komm ich auch raus
Mit dir hatte das nichts zu tun
Fünf Jahre lang hab ich mit dir verbracht
Und ich lieb dich immer noch
Aber nun ist es Zeit auf eignen Füßen zu steh'n
Ich kann auch anders, wenn ich will

Magst du mich denn nicht mehr? Magst du mich denn nicht mehr?
Magst du mich denn nicht mehr? Magst du mich denn nicht mehr?
Magst du mich denn nicht mehr? Magst du mich denn nicht mehr?
Magst du mich denn nicht mehr? Magst du mich denn nicht mehr?

Magst du mich denn nicht mehr? Magst du mich denn nicht mehr?
Magst du mich denn nicht mehr? Magst du mich denn nicht mehr?
Magst du mich denn nicht mehr? Magst du mich denn nicht mehr?
Magst du mich denn nicht mehr? Magst du mich denn nicht mehr?

Magst du mich denn nicht mehr? Magst du mich denn nicht mehr?
Magst du mich denn nicht mehr? Magst du mich denn nicht mehr?

[Musik: Oakey/Callis/Wright "Don't You Want Me", Text: Charly Davidson, Verlag: worte&musik © 1984]

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Mittwoch, der 08. Dezember 2010

In der Verwaltungsfachhochschule stand "Prüfungsvorbereitung" im Lehrplan, eine Klausur in Haushalts- und Finanzwesenwesen sollte noch vor Weihnachten geschrieben werden. Doch das war am Morgen des 9. Dezember 1980 vergessen und es gab in den Seminarräumen nur ein Thema: "John Lennon ist tot! - Erschossen in New York von einem irren Fan."

Der in Liverpool geborene Lennon hat zusammen mit den anderen Beatles die westliche Musikkultur nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt wie neben ihm nur Elvis Presley oder Bob Dylan. Und so standen wir, wie Millionen von Menschen weltweit, unter Schock, als er vor 30 Jahren brutal aus dem Leben gerissen wurde. Seine kurz zuvor erschienene Single "(Just like) Starting Over" aus dem Album "Double Fantasy", das kurz vor seinem Tod von den Kritikern arg geschmäht worden war, schoss kurz danach in vielen Ländern an die Spitze der Charts.

Doch so groß die Trauer um den Menschen und die Figur John Lennon damals war, so wenig schien sich für uns sein Tod auf die Entwicklung der Popmusik auszuwirken. Denn Lennons beste Jahre lagen 1980 schon lange zurück. Die musikalische Entwicklung war schon längst beim Punk und in der Elektromusik angekommen. Der damals "jungen Generation" hatte ein alter Sack wie Lennon nichts Wesentliches mehr zu sagen. Sein Einfluss - so dachte auch ich - habe sich auf die große Zeit der 60er Jahre beschränkt und war in den 70ern nur noch kurz einmal aufgeflammt. Gut: mit den Beatles hatte er schon die Musikwelt revolutioniert und die Blaupause für die Musik der kommenden 70er geschaffen. Aber das war es dann auch gewesen. - Hatte ich damals recht?

Drei Jahrzehnte (und viele persönliche Erfahrungen später) muss ich / muss man anerkennen:

1.) John und seine (Silver-)Beatles haben dafür gesorgt, dass die Rock- und Popmusik erwachsen wurde. So wie die einst jugendlichen Fans älter wurden, so wurde auch "ihre" Musik reifer. Drehten sich die Songtexte im Rock'n'Roll und bei den frühen Beatles fast ausschließlich um die Liebe und die mir ihr verbundenen Probleme, so hat John Lennon mit dazu beigetragen, dass anspruchsvollere Themen besungen wurden. Und Lennon hatte auch seinen Anteil daran, dass die populäre Musik politischer wurde.

2.) Lennon veränderte die musikalischen Ebenen des Zuhörers. Ganz pragmatisch von "Love ME do" und "I want to hold YOUR Hand" zu "SHE Loves you", "YOU'VE got to Hide YOUR love away" und "All YOU need is Love". Das verschob die Botschaft als Aufgabe/Empfindung direkt an die Fans, die sich plötzlich nicht nur wiedererkannten sondern sogar angesprochen fühlten, etwas zu tun. Vielleicht ist selbst das "Yes WE can" von Obama auf Lennons Schaffen zurückzuführen.

3.) Wenn man Bob Dylan das Verdienst zugeschreiben möchte, die populäre Musik für ernsthafte, politische Themen geöffnet zu haben, so war es wohl vor allem John Lennon, der den Menschen mit all seinen Empfindungen, Ängsten, Zweifeln und Hoffnungen in die Musik einbrachte. In seinen Solowerken ging Lennon so weit, schonungs- und bedingungslos seine privaten Abgründe und Träume offen zu legen: "Cold Turkey", "Mother", "I am the Walruss" oder "Imagine" zeigen dies und zeigen vor allem einen offen leidenen Künstler auf der Psychiater-Couch, der die ganze Welt daran teilhaben lässt.

Diese drei Punkte waren Lennons Verdienst um die Musikwelt, prägten für Jahrzehnte die Musikszene: Bands wie U2, Coldplay oder Oasis verzichteten auf Macho-Gesten a la Led Zeppelin oder The Who und stellten stattdessen ihr Leiden an der Welt offen zur Schau, machten das Private politisch

Wegweisend und bis heute "trendy" war aber auch die Art, wie John Lennon nach seiner schicksalshaften Begegnung mit Yoko Ono sein Privatleben öffentlich zur Schau stellte. Nach seiner Hochzeit mit ihr empfing das Paar 1969 die Weltpresse im Doppelbett. John und Yoko gab es bald nur noch im Doppelpack wie Christo und Jeanne-Claude. Zwei Menschen wurden zum Promi-Paar und verknüpften ihr allerprivatestes Glück mit politischen Missionen: "Woman is the Nigger of the World", "War is over, if you want it". Ebenso modern (weil zuvor noch nie so hautnah miterlebbar) war es dann, wie Lennon 1973 bis 1975 die Trennung von Yoko Ono vor den gierig-interessierten Augen der Weltöffentlichkeit zelebrierte. Gemeinsam mit seinem Freund Haerry Nilsson unternahm Lennon in seinem "Lost Weekend", wie er diese wilde Zeit taufte, Sauftouren durch das nächtliche Los Angeles und überlies es den Klatschblättern, sämtliche Ausraster zu dokumentieren. Hier wurde des Ex-Beatles' Verhalten zu einer Blaupause für peinliche Prominente der Neuzeit von Paris Hilton bis Mel Gibson.

Fünf Jahre vor seinem Tod gab Lennon schließlich das Posing auf, kehrte von seiner neuen Flamme und Privatsekräterin May Pang reumütig in Yoko Onos Ehebett zurück und präsentierte sich von Stund an als fragiler, verletzlicher Mann. Wie modern er da wieder war, zeigte sich erst aus heutiger Sicht: John Lennon hängte 1975 seine Musikkarriere an den Nagel, um sich ganz seinem Sohn Sean zu widmen, überlies die "Geschäfte" Ehefrau Yoko Ono und war damit wieder gesellschaftliche Avantgarde. Auch das Comeback-Album "Double Fantasy", kurz vor seiner Ermordung erschienen, war, ohne dass es hierbei eines Drucks von Yoko bedurft hatte, eine paritätische Arbeit: jeder der beiden Ehepartner steuerte die Hälfte der Songs bei.

John Lennon ist ohne Zweifel seit drei Jahrzehnten physisch tot, lebt aber in unserer heutigen Musik und Gesellschaft weiter.

Rainer W. Sauer

Sonntag, 28. November 2010

Sonntag, der 28. November 2010

VOR GENAU ZWEI JAHREN HIER IN DIESEM BLOG.

28.11.2008 - 9 Uhr 05:


Hallo Ihr da unten, der Countdown läuft. Nur noch wenige Stunden und dann starte ich. Ab 14 Uhr sinkt die Regenwahrscheinlichkeit auf 0 % und dann gibt es für mich kein Halten mehr.




Als Appetithäppchen habe ich hier für Euch fünf Fotos vom Testflug am Mitwoch. Was die Flugroute angeht, da halten wir uns ein wenig bedeckt, weil die Behörden das natürlich vorher gerne wüssten und uns dann ggf. ein Flugverbot ereilen würde und das wollen wir ja nicht.

Also ... bis die Tage.

Euer ChD











28.11.2008 - 19 Uhr 00:





















28.11.2008 - 23 Uhr 53:

LEIDER MÜSSEN WIR DIE JÜNGSTEN MELDUNGEN ÜBER CHARLY DAVIDSON BESTÄTIGEN. NACH DEN UNS BISHER VORLIEGENDEN BERICHTEN AUS LA GOMERA IST CHARLY HEUTE AM SPÄTEN NACHMITTAG MIT SEINEM GLEITSCHIRM (UND DAMIT, ANDERS ALS VON SPIEGEL ONLINE VERMELDET, NICHT MIT EINEM FLUGZEUG) BEI DEM VERSUCH, DIE INSEL LA GOMERA AN IHRER KÜSTE ZU UMRUNDEN, VERUNGLÜCKT. AUS WELCHEN GRÜNDEN ODER AUFGRUND WELCHER UMSTÄNDE ER INS MEER STÜRZTE, IST DERZEIT REINE SPEKULATION.

DIE SOFORT EINGELEITETEN RETTUNGSEINSÄTZE HABEN BIS ZUM EINBRECHEN DER DUNKELHEIT KEINERLEI ERGEBNISSE ERBRACHT. CHARLY HATTE ZU SEINER RETTUNG SOWOHL EINEN RETTUNGSFALLSCHIRM ALS AUCH EINE SCHWIMMWESTE ZUR VERFÜGUNG, SO DASS WIR WEITERHIN SELBSTVERSTÄNDLICH DAVON AUSGEHEN, DASS ER GERETTET WERDEN KANN UND BEI DEN UNFALL NICHT SEIN LEBEN VERLOREN HAT.

WIR HOFFEN MIT ALL SEINEN FREUNDEN UND FANS UND SETZEN ALL UNSERE HOFFNUNG AUF DIE AM FRÜHEN MORGEN WEITERGEHENDEN SUCH- UND RETTUNGSEINSÄTZE.


SEIN MANAGEMENT

GEZ. BERND KASTLER

Samstag, 27. November 2010

Samstag, der 27. November 2010

VOR GENAU ZWEI JAHREN HIER IN DIESEM BLOG:

Testflug ...

Gestern nachmittag war ich wieder fliegen. Dank der grossen Labilität war es
super. Weil die Prognose auf sich verstärkenden SO-Wind lautete und ich eine sich immer verstärkende Linie auf dem Meer sah, habe ich den Flug nach gut 1 1/2 Stunden abgebrochen. Es war gut thermisch und ich konnte, einmal an der Klippe angelangt, wieder zum Hügel hoch in 1100 m aufdrehen. Letzte Nacht kam der SO-Wind, verspätet aber umso brutaler, durch. Es hat noch einmal kurz geregnet, vielleicht 5 mm. Das Wetter ist heute morgen allerdings erstaunlich gut. Wer hätte das gestern Abend gedacht. Da haben wir uns entschlossen, Freitag zu fliegen. Jetzt soll es morgen nieseln. Das ist natürlich nicht so schön. Aber es wird schon klappen und abbrechen kann ich ja immer noch. Momentan sitze ich auf derTerrasse, schaue auf das Meer runter und das Bild verändert sich laufend.