DAVIDSONS LEICHNAM IN DEUTSCHLAND EINGETROFFEN(Frankfurt am Main) - Am Vormittag ist das Flugzeug mit dem Leichnam von Karl David Korff in Frankfurt am Main eingetroffen. Auf dem Rollfeld des Frankfurter Flughafens stand vor der Landung der Maschine bereits das dunkle Fahrzeug eines privaten Bestattungsunternehmens, das den Sarg in Empfang nehmen sollte. Die Familie Korffs hatte auf die Ankunft des Linienflugs der spanischen IBERIA aus Teneriffa gewartet.Der Leichnam soll Mitte der Woche eingeäschert und später in Thüringen auf dem Friedhof seiner Wahlheimat Jena beigesetzt werden. Zuvor hatte sein Heimatort Brawdy in Wales ein dortiges Ehrenbegräbnis kategorisch ausgeschlossen. Eine Trauerfeier für Korff soll am Freitag in Hanau stattfinden; dort hatte der unter seinem Künstlernamen Charly Davidson bekannt gewordene Komponist und Sänger zuletzt gelebt.Davidson/Korff war am 28. November 2008 bei einem Gleitschirmflug auf der Kanaren-Insel La Gomera in den Atlantik gestürzt und dabei tödlich verunglückt. Am vergangenen Mittwoch bargen Fischer den Leichnam aus dem Meer. Dem vorläufigen Ergebnis der Obduktion zufolge, zog er sich beim Aufprall auf das Wasser innere Verletzungen zu und ertrank anschließend. Charly Davidson starb im Alter von 50 Jahren.
Hanns Dieter Hüsch:
Kennst Du diese plötzlichen Sekunden
Kennst Du diese plötzlichen Sekunden / Wenn Dir einfällt, dass Du sterben musst
Siegessicher gehst Du durch die Stunden / Doch auf einmal wird es Dir bewusst
Und Du fragst Dich, wie das wohl gehen wird / Welches Wort als letztes Wort Du sagst
Wer zuletzt an Deiner Seite stehen wird / Ob Du tapfer, oder ob Du klagst
Dann bald ist Obduktion im Café Größenwahn / Schnell die nächste Leiche auf den Tisch
Dann wird aufgemacht und dann wird nachgedacht / Dann wieder zugemacht und sich kaputtgelacht
Denn in jeder Leiche ist ein Kind versteckt / Das nach Zukunft fragt und nach Frühling schmeckt
Und sich dann erschreckt
Und dann kommen all' die flotten Leute / Rufen "hören Sie doch damit auf"
So ein Quatsch, denn heut' ist schließlich heute / Kommt! Wir machen schnell noch einen drauf
Und dann findet man noch einen Frühstücksrest / Vom Oktoberfest, der sich sehen lässt
Herr, war das ein Fest!
Und dann kommen auch die großen Tröster / Mit den neuesten Plänen in der Hand
Dann wird diskutiert und dann wird reflektiert / Und danach konstatiert, dass man Dich angeschmiert
Und dann findet man noch einen Augenblick / Eine Spur vom Glück und ein Silberstück
Doch das liegt weit zurück
Und dann findet man noch einen Trennungsgrund / Zwischen Herz und Mund
Ziemlich schmal und rund / Doch sonst war er gesund
(Machs gut Charly ... Deine Freunde)
[Traueranzeige im HANAUER ANZEIGER vom 11. Dezember 2008]
MUSIKER MUSIK NEWS / Ausgabe vom 12. Dezember 2008:
"WER WAR CHARLY DAVIDSON? - Annäherung an ein Phänomen" (Teil 1)
von Christian Menke
Vor knapp drei Wochen konnte ich hier vermelden, dass Charlys 'Heiliger Gral', das Album "TOR" am 19. Dezember in die Läden kommt. Nun ist er tot, der Mann, der dieses Album gemacht hat und viele andere seit 1982. Faul in der Veröffentlichung der eigenen Musik war er nie gewesen und wer bei GOOGLE seinen Namen eingibt, der findet dazu mehr als 3,8 Millionen Einträge - Herbert Grönemeyer wird dagegen nur 1,4 Millionen Mal gelistet und ein Heinz Rudolf Kunze bringt es gerade so auf 224.000 Ergebnisse. Ich finde, bei aller Häme, die in der Vergangenheit über diesen Mann geschüttet wurde, sollte das auch einmal erwähnt werden.
Wer war dieser Charly Davidson, der von Geburt an Karl David Korff hieß? Und vor allem: Was war er? Charly hat dazu im Vorwort seiner 2006 erschienenen Biografie von Rainer W. Sauer "Mit mir war alles anders" geschrieben, dass ihn seine Tochter einmal als äußerlich langweiligen Typen bezeichnet hat: "Du siehst einfach aus, wie man sich einen Beamten oder Buchhalter vorstellt. Schau Dir mal Neil Young an oder Chris Rea, Bob Dylan, Keith Emerson. Die sehen alle aus, wie Rock 'n' Roller, mehr oder weniger. In diese Reihe passt Du nicht rein." - Das saß und ist objektiv betrachtet sogar richtig.
Gegen dieses Image eines korrekten Gutmenschen, dass er ohne Frage mit Grönemeyer und Kunze teilt, hat Charly immer angekämpft. Aus einfachsten Verhältnissen kam der junge Karl David in den 70er-Jahren ins Licht der zweiten Riege der Frankfurter Musikszene und brachte es mit Intellekt und Fleiß, sowie als Fels in der Brandung der NDW, innerhalb von zehn Jahren ganz nach oben. Aber das allein hätte nicht zur heutigen Kult-Figur des Charly Davidson gereicht. Es kam ihm zur Hilfe, dass er 'multitaskingfähig' war, wie man es heute beschreiben würde.
Schon als Jugendlicher hatte sich ChD, so seine gängige Namens-Abkürzung, einen ersten eigenen Synthesizer gebaut und die Elektro-Musik war es dann auch, die ihm, über die nationale Ebene des Deutsch-Rock hinaus, weltweit Anerkennung und Geld einbrachte. In Wales am 1. Dezember 1957 geboren als Sohn deutscher Auswanderer, die bereits 1962 zurück nach 'Good Old Germany' gingen, war er grundsätzlich prädistiniert für eine internationale Karriere. Und was macht dieser Karl David Korff? Er nimmt die englische Version seiner beiden Vornamen, wird zu Charly Davidson ... und singt auf Deutsch. Das war nicht der einzige Moment in seinem Leben, in dem Davidson das machte, wovon 'man' - und damit ist sein Umfeld gemeint - ihm abgeraten hatte und er trotzdem gut damit fuhr. Charly hatte eben ein Näschen für das Richtige. "Expect the unexpected" - das war sein Leitspruch.
Natürlich funktionert so eine Karriere auch nicht ohne das notwendige Glück: Als er 1985 Gastmoderator bei der hr3 Sendung "Sounds vom Synthesizer" war, entdeckte er im Rahmen des Talentwettbewerbs "Neue Leute bracht das Land" eine Kassette der unbekannten Gruppe CAMOUFLAGE und führte sie zwei Jahre später zum Erfolg. Dafür dankten sie ihm und pushten sein Solo-Album "Korff Musik" kräftig und bis in die englischen Ambient Charts des MELODY MAKER. Das bekam sein 'Heimat'-Flughafen Cardiff mit und man spielte dort die Musik des Albums in der Wartelounge, was den britischen Elektromusik-Papst Brain O-N-E dazu brachte, Davidson/Korffs Musik in BBC Radio 1 bei Peter Powell als "Lounge Music" zu bezeichnen, während die eigene Musik "Ambient Music" sei, wie er betonte. Trotzdem: der Name eines Musik-Genres war geboren und Davidson ab 1988 ein gern gesehener Gast auch im United Kingdom.
Das durch seine Musik verdiente Geld investierte Davidson in Studios (berühmt das "Charly's Studio" in Steinheim bei Hanau; angesagt die "Jenafarm Studios" in Jena), legendäre Musikinstrumente und seltene Schallplatten. Gerade vor erst kurzem wurde seine Seriennummer 5 des weißen BEATLES-Albums für mehr als 19.000 Britische Pfund versteigert, 2000 kam Davidson in die Schlagzeilen, als Diebe ihm das MOOG Modular System von Keith Emerson aus dem Studio stahlen, aber den KURZWEIL 250 von "Popcorn"-Komponist Gershon Kinglsley übersahen. Auch sonst war Davidson freigiebig in finanziellen Dingen und feierte oft und umfangreich Partys mit Freunden und Wegstreckenbegleitern.
(... to be continued ...)
Lesen Sie nächste Woche in Teil 2 mehr über Davidsons Rolle in der Deutschen Musikszene!
DAVIDSONS LEICHNAM GEBORGEN(San Sebastián de la Gomera) - Der Leichnam des vor zwölf Tagen vor der Küste der Kanareninsel La Gomera in den Atlantik gestürzten Sängers und Hobby-Gleitschirmfliegers Charly Davidson ist gefunden worden (siehe Foto). Ein Fischereiboot barg den toten Sänger am Mittwochmorgen 120 Kilometer nordwestlich von Tenneriffa. Das teilte Juan Velásquez, der örtliche Direktor der Guardia Civil, am späten Nachmittag in San Sebastián de la Gomera mit.
Es handele sich bei dem geborgenen Toten unzweifelhaft um den vermissten Deutschen, sagte Velásquez. Eine Obduktion soll jetzt ergeben, wie der 50-Jährige gestorben ist. Es gab bislang keine Anzeichen für ein fremdes Verschulden. Die Besatzung des Fischkutters habe den treibenden Körper gegen 12 Uhr im Meer nordwestlich von Tenneriffa entdeckt, berichtete Velásquez und stellte fest: „Das war viel Glück“. Die spanische Marine hatte die gezielte Suche nach Charly Davidson vor über einer Woche eingestellt.Davidsons Eltern hatten ursprünglich für morgen einige Medienvertreter zu einem Gespräch eingeladen. Sie sagten jedoch ab, nachdem sie die Nachricht erhielten, dass die Leiche ihres Sohnes geborgen sei. „Die Eltern möchten das Pressegespräch nicht mehr machen. Sie müssen das erst verkraften“, sagte ein Familienangehöriger, der in den langen Tagen des Wartens nach eigenen Angaben sehr engen und persönlichen Kontakt zu den Eltern hielt. Aus einer für das Pressegespräch vorbereiteten und bereits vorliegenden schriftlichen Erklärung des Vaters wurde deutlich, dass die Eltern bis zuletzt gehofft hatten, ihren Sohn Karl wiederzusehen. "Wir hoffen alle auf ein Wunder, dass er von irgendeinem Schiff aufgenommen worden ist und vielleicht ohne Erinnerung oder sogar ohne Bewusstsein irgendwo gepflegt wird", heißt es darin.
Die Überlebenschancen des 50-jährigen Karl David Korff, der den meisten Musikfans aber nur unter seinem Künstlernamen Charly Davidson ein Begriff war, sind von Anfang an als gering eingeschätzt worden. Das Wasser im Atlantik war zum Zeitpunkt des Unglücks 17 bis 20 Grad kalt. Davidson hatte seine größten musikalischen Erfolge in den 80er- und 90er-Jahren, u.a. mit "Buschmann", "Keiner liebt dich, wieso ich?" und "Überflieger". In einer Woche erscheint sein neues Album "TOR", das jetzt bereits als musikalisches Vermächstnis Davidsons angesehen wird.
Hallo liebe Ich+Ich Fans! Letzten Donnerstag war es so weit, der größte und wichtigste Radio-Preis Deutschlands wurde verliehen - die 1LIVE-Krone. Ich+Ich gewannen in der Kategorie "Beste Band" und setzten damit ein neues Highlight in einem für sie sagenhaft erfolgreichen Jahr. Daher möchten sich Adel+Anette an dieser Stelle bei all ihren Fans ganz herzlich bedanken. Anlässlich des Releases der neuen Single "Wenn Ich Tot Bin" wurde etwas Besonderes kreiert: in der Traumliste kannst Du eintragen, was Du unbedingt noch einmal machen würdest, wenn heute Dein letzter Tag wäre. Schon viele Leute haben mitgemacht, ihre Träume und Wünsche aufgeschrieben und erstellen somit die längste digitale Wunschlandkarte der Welt. Auch für all diese berührenden Einträge ein dickes Dankeschön! Der ergreifende Song "Wenn Ich Tot Bin" ist übrigens seit dem 05.12. überall im Handel erhältlich.
Charlys Essay in der Zeitschrift MUSIKTREND vom 08. Dezember 2007:WEIHNACHTSTIPP (diesmal von Charly Davidson)
PINK FLOYD "Oh By The Way - The Mini Vinyl Studio Box Set -" (EMI, soeben erschienen)Die Editionsbezeichnung "Mini Vinyl Studio Box Set" trifft das exakt, was man in der bezaubenden Pappschachtel vorfindet: Die 16 Studio-Alben von PINK FLOYD und zwar erneut auf CD im Mini-Vinyl-Design gepresst, erscheinen aber in ebenso schönen wie robusten Mini-Plattencovern, den denen der Originale bis ins kleinste Detail nachgebildet sind. So steckt "Wish You Were Here" natürlich im schwarzen Kunststoff-Korsett inkl. des runden Aufklebers mit den beiden Händen (... den ich mir einst m Original auf meine ECHOPLEX Echobox geklebt hatte).
Alles findet man in diesem Zauberwürfel wiede. Über "The Piper At The Gates Of Dawn" noch Worte zu verlieren, wäre töricht; am Besten man inhaliert einfach Syd Barrets "Bike", "Gnome", "Astronomy Dominé" oder aber "Matildas Mother" und wartet dann auf die Nebenwirkungen. "A Saucerful Of Secrets" führt Barrets Ära mit Gilmours Gitarre zu Ende, hat aber mit Rick Wrights großartigem "See-Saw" ober Roger Waters' "Corporal Clegg" schon die (in 1968) 'neuen' PINK FLOYD zu bieten und zeigt, entspannt angehört, dass das zweite Floyd-Album immer noch viel zu gering eingeschätzt wird. Den OST zum Film "More" lasse ich hier aus verständlichen Gründen mal aus und komme besser gleich zum Solo-Album aller Floyd-Mitglieder mit Titel "Ummagumma", das man zumindest angehört haben sollte. Darauf folgt mit "Atom Heart Mother" das dritte Highlight der PF-Historie mit dem pathetischen Titelsong, "If" und natürlich "Alan's Psychedelic Breakfast".
Die zweite große Phase der PINK FLOYD Musik läutet "Meddle" ein, nicht nur wegen seines Titelsongs, sondern auch aufgrund von "A Pillow Of Winds". das Nachfolgewerk "Obscured By Clouds" ist wieder ein Soundtrack (für den Film "La Vallée"), und - möglicherweise weil er für den gleichen Regisseur wie zuvor und zwar den Iran-stämmige Franzosen Barbet Schroeder gefertigt wurde - ebenso langweilig wie der erste von PF. Vielleicht haben die Floyd-Musiker aber auf "OBC" nur mal kurz Luft geholt, denn mit "The Dark Side Of The Moon" und dessen Fortsetzung "Wish You Were Here" kommen die beiden unantastbaren Highlights der PF-Diskografie. "Animals" mochte ich von ANfang an mehr als viele andere Floyd-Kenner und -Fans und das nicht nur wegen "Dogs", einem Song, den ich von (Gilmour-)Herzen liebe.
Mit dem moralischen Lehrstück "The Wall" startet die letzte PINK FLOYD Phase und bleibt trotz "Another Brick In The Wall", "Hey You", "Comfortably Numb" und "Run Like Hell" als Doppelalbum bis heute nicht erklärlich. Das Waters-Solo "The Final Cut" war 1983 dann doch keine so gute Idee des Meisters, künstlerisch wie menschlich, führt erst zum Ausstieg von Wright (schon während der "Wall"-Tour war er auf eigene Wunsch nur noch 'Angestellter'), dann zum Split, dem Wiedereinstieg von Wright zusammen mit Gilmour und Mason (wogegen Waters klagte und sich sensationell verzockte). Die neuen alten PINK FLOYD verwalteten jedoch nur noch den eigenen Genius und brachten mir "A Momentary Lapse Of Reason" und dem (ebenso wie "A Saucerful Of Secrets" weit unterschätzten) Album "The Division Bell" (mit "High Hopes" und "A Great Day For Freedom") die Band zu ihrem wohlverdienten Ende und dem letzten Atemzug bei Live8.
Hier sind meine PINK FLOYD TOP 10:
01.) "The Piper At The Gates Of Dawn"02.) "Dark Side Of The Moon"03.) "Wish You Were Here"04.) "Animals"05.) "A Saucerful Of Secrets"06.) "Atom Heart Mother"07.) "Meddle"08.) "The Wall"09.) "The Division Bell"10.) "Ummagumma"
DAVIDSON BLEIBT VERSCHWUNDEN(Santa Cruz de Tenerife) - Der Musiker Charly Davidson bleibt auch mehr als eine Woche nach der mißglückten Umrundung der Insel La Gomera mit einem Gleitschirm und seinem Sturz in den Atlantik verschwunden. Die Behörden des Bezirks Santa Cruz de Tenerife (zuständig für die Kanarischen Inseln Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro) hatten bereits am letzten Montag zusammen mit der spanischen Marine entschieden, dass die Suchaktion nach dem 50-jährigen Hobbypilot eingestellt wird, da es eine "Suche nach der Nadel im Heuhaufen" sei, wie Präsident Paulino Rivero Baute vor der Presse erklärte.
Davidson verschwand mit seinem Gleitschirm am 28. November. Es gab zwar Funkkontakt mit seiner Mannschaft bis unmittelbar vor dem Aufschlag aufs Meer, danach wurden aber weder ein Notruf, noch ein Ortungssignal von ihm empfangen. Einen Tag nach dem Sturz wurde der Gleitschirm Davidsons im Meer teibend gefunden.