Mittwoch, 26. November 2008

Mittwoch, der 26. November 2008 / Edit

AB JETZT IM NETZ: "FALLENGELASSEN"
Seit heute kannst Du Dir im Netz den 3D-Animationsfilm "fallengelassen"
von Max Baberg und Daniel Büttner (= Bauhaus-Universität Weimar) anschauen. Öffne dazu die Internetseite des UNICATO-Magazins vom MDR, gehe dort zum Mediaplayer, wähle aus der LISTE den Film "fallengelassen" aus und schaue ihn Dir online an (Länge = ca. 34 Min.).

"fallengelassen" wurde im Rahmen des diesjährigen Mediengangs der Bauhaus-Uni Weimar als beste Abschlussarbeit mit dem „Preis der Mediengestaltung“ ausgezeichnet und handelt von einem kleinen Mädchen namens Anna, welches durch ihre widrige Umwelt und soziale Herkunft in einen Abwärts-Strudel gerät, aus welchem es kein Entrinnen zu geben scheint. Damit wurde die Chancenlosigkeit vieler junger Menschen in Deutschland thematisiert. Zudem waren Obdachlose, Penner und Drogensüchtige die traurige Inspiration der beiden Studenten. | © und sämtliche Rechte bei Max Baberg und Daniel Büttner

Mittwoch, der 26. November 2008

Hallo Ihr da unten,

jetzt muß ich doch noch mal was zum Flug loswerden:
1.) wahrscheinlich fliege ich am Freitag, 2.) ich fliege auf jeden Fall. 3.) Es ist rührend, Menschen dermaßen zu beschäftigen. Gestern Abend hatte ich nicht weniger als 73 E-Mails in meinem Postkörbchen vorgefunden und viele von Euch raten mir, besser nicht zu fliegen und schicken mir Internetlinks, was so alles passieren kann. Also, wenn ich um das Risiko nicht wüßte, dann wäre ich nur leichtsinnig zu nennen. Klar, La Gomera ist nicht einfach zu befliegen, da es aus Steilküste und Schluchten besteht. Mit das einzige Fluggebiet befindet sich im Valle Gran Rey. Es gibt dort zwei, drei einheimische Piloten, aber keine wirkliche Gleitschirmflugtradition. Aber glaubt mir: Charly hat sich vorbereitet.
Ich war schön öfter hier und habe auch die Wettkämpfe in El Hierro besucht. Und daß auf LaGo kaum jemand fliegt hat auch seinen Reiz für mich und mein Team 'Touch Down Paragliding'. Dort, wo auf der Karte der rote Fleck ist, werde ich starten und (seid unbesorgt): Baden gehen kann ich auch ohne meinen Gleitschirm.

Wer wirklich wissen will, warum ich fliege, für den habe ich bei meinem Testflug am gestrigen späten Nachmittag dieses Foto gemacht. Noch Fragen?

Euer ChD (... wie sagt es Robert Zimmermann so treffend: "You Don't Need A Weather Man To Know Which Way The Wind Blows")

Dienstag, 25. November 2008

Dienstag, der 25. November 2008 / Edit

Waiting for the weather to come ...

Es ist der 25. November, ich bin gerade wach geworden. Der erste Blick geht aus dem Fenster: Hoffentlich hält das Wetter. Dann wird das Netbook angemacht und auf wetter.de nachgeschaut, was am Donnerstag kommen wird und ein Text weitergeschrieben ... oder ein Tagebucheintrag.

Viele der Eingeweihten haben mir ihr Wohlwollen oder ihre Unterstützung für den Flug mitgeteilt. Ich lese die Mails und Post gerne, aber momentan ist mir die Ausrüstung wichtiger. Die ist perfekt: die Schnüre und Gurte sind zweimal gecheckt und der Schirm wohlverwahrt, damit ich heute Nachmittag zum Testflug gehen kann. Bisher habe ich ja kaum etwas über den Schirm geschrieben: Es ist ein Advance Epsilon 5 und wurde mir 2005 noch von Norman für diesen Flug gekauft. Bin ihn damals einmal testweise geflogen und habe im Mai 2008 einen Belastungscheck machen lassen, mit ausgezeichneten Werten: Note 1 vom 6.

Geflogen bin ich ihn dann im Sommer 5 oder 6 mal über der Meerenge zwischen LaGo und Teneriffa. Klasse Startverhalten, sicher und trotzdem wendig in der Luft.

Nachtrag: Aus den USA bekam ich gestern ein MMS-Foto von Def Jam Rick, wie er an vier Titeln arbeitet, die in der Special Edition von ROT enthalten sein werden. Der große Frederick Jay mixt meine Tracks ... unbelievebale.

Dienstag, der 25. November 2008

MUSIKER MUSIK NEWS VERMELDET:
"BEATLES-LP MIT NUMMER 0000005 VERSTEIGERT"

Umgerechnet 35 000 Franken hat ein äußerst seltenes Exemplar des "Weißen Albums" der Beatles auf der Auktionsplattform eBay erzielt. Das gab der in Linz wohnhafte Verkäufer Andrew Milton auf Anfrage der APA bekannt. Die LP mit der Seriennummer 0000005 - die ersten vier Stück dürften sich im Besitz oder Nachlass der Bandmitglieder befinden - wechselte in der Nacht auf Sonntag um 19 201 Britische Pfund den Besitzer.

Der gebürtige Brite unterrichtet Englisch in Linz und handelt mit seltenen Schallplatten im Internet. Das "White Album" verkaufte er im Auftrag des deutschen Rocksängers Charly Davidson, der das Album 1997 erworben hatte. Milton hat noch mehr rare Beatles-Schätze, die er auf eBay an den Mann bringen will - allen voran ein weiteres Exemplar des "Weissen Albums" mit der Nummer 18 aus dem Besitz eines italienischen Sammlers.

Montag, 24. November 2008

Montag, der 24. November 2008

Hallo Ihr da unten,

in einem Monat ist Heilig Abend und was da unter den Baum gehört, das ist doch wohl keine Frage. Ich bin jetzt schon aklimatisiert auf LaGo und habe gestern den ersten Testflug absolviert: Alles bestens! Am Donnerstag oder Freitag steigt dann der große Flug ... von was ich da erzähle? Hatte ich es Euch vor Jahren nicht schon gesagt: Eines Tages werde ich den Überflug wagen. Lasst Euch überraschen. Und keine Angst, ich habe seit Monaten trainiert und bin topfit. Bis in die Fußspitzen. Hier noch zwei LaGo Pix für Euch und die Webcam, über die Ihr meinen Flug verfolgen könnt.

Euer ChD

Sonntag, 23. November 2008

Sonntag, der 23. November 2008

"Christianity will go. It will vanish and shrink. I needn't argue about that; I'm right, and I will be proved right. We are more popular than Jesus now; I don't know which will go first ... Rock 'n' Roll or Christianity."
Diesen Satz sprach John Winston Lennon am 4. März 1966 während eines Interviews mit dem 'Evening Standart' und er führte zu BEATLES Bücher-, Zeitschriften- und Schallplattenverbrennungen weltweit. Daß ich ihn auf meinem Album 'Lichtblicke' zitiert habe, möchte ich nur am Rande bemerken.


Um so mehr freut es mich, wenn der 'Osservatore Romano' nun schreibt, der Heilige Stuhl nehme das Erscheinen des THE BEATLES Albums vor vierzig Jahren zum Anlass, Lennon zu vergeben.
Nach so vielen Jahren scheint dem Papst Lennons Aussage lediglich (Zitat) „der Übermut eines Jugendlichen der englischen Arbeiterklasse“ gewesen zu sein, der „ganz offensichtlich überwältigt war, von einem unerwarteten Erfolg“, schreibt der 'Osservatore Romano'. Nun lobt der Vatikan sogar das legendäre weiße Album: Die BEATLES hätten demonstriert, wie kreativ sie gewesen seien ... verglichen mit der (Zitat) „standardisierten, stereotypen Musik“, die heute produziert wird.

Aber Hallo! Der Papst muss aufpassen, daß ich ihn nicht gelegentlich mag. Ich bin schon fast verliebt.

Euer ChD

Samstag, 22. November 2008

Samstag, der 22. November 2008

DAS FOLGENDE ESSAY SCHRIEB ICH 1993 ANLÄSSLICH DES SILBER- JUBILÄUMS DES WEISSEN BEATLES-ALBUMS, WELCHES AM 22. NOVEMBER 1968 ERSCHIENEN WAR:

„All right ... all right ... all right ... all right ... all right ...“, grölt Boggi den Polizisten entgegen. Keine Ahnung warum, aber so, wie er das über die Barrikade schreit, klingt es gut: „Don't you know it's gonna be ... all right ... all right ... all right!". Es ist Ende 1978 und wir demonstrieren in Frankfurt am Main vor einer Druckerei, um die Auslieferung der BILD-Zeitung zu verhindern, die wieder einmal tendentiell falsch über Hausbesetzer in Bockenheim geschrieben hatte oder schreiben wollte. Boggi und Bockenheim, das passt, und Boggi ist vielleicht deshalb der Lauteste und Verrückteste von uns. Wir, das sind die Mitglieder der Politrockband FLIESSBAND. Von der Demo hatten wir im selbstverwalteten Fechenheimer JuZ erfahren und so wir standen nun dort mit vielen Anderen vor der Ausfahrt, allerlei Sperrmüllgerümpel lag herum und ein Bauwagen von einer nahen Baustelle wurde hin und her geschaukelt. „All right ... all right ... all right ... all right ... all right ...“, singt unser Bassist Boggi in Richtung Polizisten.


Es sind Textbrocken aus dem Beatles-Song „Revolution“ - warum als Schlachtruf, das weiß Boggi wohl selbst nicht so genau in dieser Absurdität einer Demo mit Happening-Charakter zehn Jahre nach 1968. Als berittene Polizei in die Menge galoppiert, stürmt die in Panik auseinander. Unsere Karriere als Hobby-Revolutionäre war damit gleich wieder beendet, die geballte Faust in der Hosentasche blieb bei mir allerdings zurück. Und die akustische Erinnerung an jene wilden Demo-Tage, wobei in meinem Kopf kein einziger Satz der damaligen Prä-Grünen Bewegung aus 'Anti-Atomkraft'-, 'Keine Starbahn West'- oder 'Rock gegen Strauß'-Bewegung hängen blieb - nur das Rückkopplungspfeifen der Megaphone und Boggis „All right“, entnommen einem Klangereignis, das ebenfalls zehn Jahre zuvor die Welt eroberte und veränderte, ein weißes Musikwunder von John, Paul, George und Ringo mit dem schlichten Titel "The Beatles". Mag sein, daß andere Bands oder Interpreten vor fünfundzwanzig Jahren, als ich anfing, mich bewusst für Musik zu interessieren, radikaler, pointierter, konsequenter waren: STEPPENWOLF, Hendrix, die STONES. Aber es waren aus meiner Sicht die BEATLES, die den Zeitgeist von 1968 musikalisch trafen und konservierten, wie sonst niemand.

Von Juni bis Oktober arbeiteten sie an den Songs ihres Doppelalbums, das - wie mir später meine BEATLES-Bibel von Hans Rombeck und Wolfgang Neumann verriert - am 22. November 1968 erschien und voller magischer Momente ist. Ausgerechnet an dem Tag, als sowjetische Panzer in der Tschechoslowakei einrollten (und ich mit meinen Eltern am Kahler See war), nahmen die Vier im Studio 2 der Abbey Road ihr witzig gemeintes
„Back In The USSR“ auf. Bei Lennons sanfter „Revolution“ (der, die Boggi unters Volk schrie; nicht die hate der B-Seite von „Hey Jude“) schien es mir, als wenn Schiffe bei einer begeisterten Hafeneinfahrt ihre Nebelhörner klingen lassen würden; da war John Winston seiner Zeit schon zehn Jahre voraus. Mit allen Songs auf diesem Album verbinde ich etwas: in meinem ersten LiveImRadio-Date unterhielt ich mich 1977 mit Henning Vensks über (na klar!) einen Song aus dem weißen Album und zwar die „Piggies“. Ich erkärte den Menschen an den Radios, daß damit keine Tiere sondern Menschen gemeint seien. Damit nahm George seinem Macca auch nicht den tierischen Effekt des federleichtem „Blackbird singing in the Dead of Night“, was er auch nicht brauchte, da er sich ja kurz vor dem Ende von Seite 1 bereist etwas außerordentliches geleistet hatte: die erste Gitarre, die wirklich weinen konnte vorzustellen, und die dies - wie mir ebenfalls meine BEATLES-Bibel verriert - dank Eric Clapton auch wirklich tat.

Natürlich hatte ich 1968 bereits Album-Fragmente wie „Ob-La-Di, Ob-La-Da“ und die „Lady Madonna“ bewusst gehört, genauso wie ich mich noch genau daran zurückerinnere, 1965 auf dem Schulweg aus dem Fenster eine Kneipe „Can’t Buy Me Love“ gehört zu haben. Und 1969 laß ich im STERN davon, daß Charles Milles Manson seine Massaker mit dem Hinweis auf den BEATLES Song
„Helter Skelter“ begründet hatte. Aber das komplette Doppelalbum hörte ich erst 1973, also fünf Jahre später, als ich mir es aus der Stadtbücherei leihen konnte. Was war das für ein Erlebnis: Ich hörte zum allerersten Mal „Good Bye“ (das ich später selbst ins Deutsche gecovered habe), „Rocky Racoon“, „Bungalo Bill“, „Why Don't We Do It In The Road“, „Birthday“, „Cry Baby Cry“, plus all die anderen Songs, die ich schon genannt habe (oder die man unten noch einmal nachlesen kann) sowie ... noch immer bekomme ich Gänsehaut, wenn ich daran denke ... „Number Nine, Number Nine, Number Nine, Number Nine ...“. Immer leiser werdend, um dann wieder als Hintergrundklang aus dem Chaos eines absurden, experimentellen Musiktheaters anzuschwillen: „... Number Nine, Number Nine, Number Nine, Number Nine“. Das toppte damals locker meine bisherigen Highlights in dieser Richtung, nämlich Klangelebnisse aus der Zappa-Welt und daran kommt auch das viele Jahre später entstanden Intro der „Fools Ouvertrure“ von SUPERTRAMP (das es ohne „Number Nine“ so wohl auch nie gegeben hätte) heran. Noch heute ist es ein Erlebnis, wenn ich den Titel anhöre und ich darf behaupten, daß er auch mich so beeindruckt hat, daß ich mir in meiner Electronic-Folk-Zeit in den späten Siebzigern gerne ähnlich geartete Klangcollagen ausdachte.

Doch zurück zum Thema: Das Lebensgefühl dieses turbulent-schillernden Jahres 1968 knistert in jeder einzelnen Rille dieses phänomenalen Albums, das ein musikalisches Kaeidoskop ist, von all dem, was die Kultur der jungen Menschen damals prägte. Und noch heute schüttele ich fasziniert den Kopf ob dieser widerspenstigen Mixtour aus zeitlosen Klassikern und grandios hingerotzten Songs voller Ehrlichkeit: „I'm So Tired“, das kann man nicht empfinden, das ist man. Und es ist zugleich ein unvergleichlicher Abgesang auf den 'Summer Of Love' und die darauf folgende Protest-Kultur. Was sich auch an Boggi manifestierte. Er gab kurz nach der Demo den abstrakten „Don't you know it's gonna be ... all right ... all right ... all right!“-Schlachtruf auf und widmete sich seiner Freundin Biggi, weshalb er danach oft zu spät und zudem aufgelaugt zur Probe kam. Auf unsere Bitten, das doch zukünftig nicht wieder zu machen, sagte Boggi nur grinsend: „Happiness is a warm Gun“.

1. Platte, A-Seite: "Back In The U.S.S.R." / "Dear Prudence" /"Glass Onion" / "Ob-La-Di, Ob-La-Da" / "Wild Honey Pie" / "The Continuing Story Of Bungalow Bill" / "While My Guitar Gently Weeps" / "Happiness Is A Warm Gun"
1. Platte, B-Seite: "Martha My Dear" / "I'm So Tired" / "Blackbird" / "Piggies" / "Rocky Raccoon" / "Don't Pass Me By" / "Why Don't We Do It In The Road?" / "I Will" / "Julia"

2. Platte, A-Seite: "Birthday" / "Yer Blues" / "Mother Nature's Son" / "Everybody's Got Something To Hide Except Me And My Monkey" / "Sexy Sadie" / "Helter Skelter" / "Long, Long, Long"
2. Platte, B-Seite: "Revolution" / "Honey Pie" / "Savoy Truffle" / "Cry Baby Cry" / "Revolution # 9" / "Good Night"

THE BEATLES (1968, DoLP): 12 von 5 Sternen ************


(Bitte nicht als CD kaufen; die Magie entfaltet sich nur bei einem Vinyl-Exemplar!)

AM HEUTIGEN TAG WOLLTE ICH DARAN NUR NOCH EINMAL ERINNERT HABEN. ÜBRIGENS: BIS HEUTE HABE ICH MIT DAS ALBUM NICHT ALS CD GEKAUFT SONDERN HÖRE NOCH IMMER MEIN EXEMPLAR MIT DER NUMMER 0284355 = Quersumme Neun (!).
EUER CHARLY